Bahnstation für Jesteburg

Christoph Kröger und Birgit Heilmann mit dem Fahrrad am Standort des zukünftigen Bahnhaltestelle

Am 24.06.2021 wurden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zu „Standortalternativen für eine neue Bahnstation in Jesteburg“ durch Herrn Matthias Kurzeck vorgestellt. Ich hatte mich für die Veranstaltung angemeldet, als sie im Wochenblatt angekündigt wurde und war gespannt auf das Ergebnis des Gutachters.

Herr Kurzeck berichtete, dass die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) schon seit längerem plant, stillgelegte Strecken zu „reaktivieren“. Dazu zählte auch die ehemals für den Personenverkehr genutzte Bahnstrecke durch Jesteburg.
Es wurde durch die LNVG beschlossen, diese Strecke wieder für den Personenverkehr nutzbar zu machen.

Dafür hatten sich die Grünen im Niedersächsischen Landtag schon lange starkgemacht, besonders unser Abgeordneter für Verkehrsthemen, Detlev Schulz-Hendel.

Die LNVG hat beschlossen, dass ab 2027 die Heidebahn (ERIXX) von Buchholz über Jesteburg und Ramelsloh nach Harburg fahren soll.

Drei Standorte für eine Haltestelle in Jesteburg stehen dabei zur Auswahl:

  1. Allerbeeksring/Reindorfer Feldweg
  2. an der Brücke am Sandbarg/Ecke „Alte Schule“
  3. Alter Bahnsteig (historischer Bahnhof) im Zentrum bei Penny

Die Züge werden einmal pro Stunde fahren. Mit einem Augenzwinkern berichtete Herr Kurzeck, dass der Fahrplan sogar schon fertig sei. Immer zur Minute 11 in Richtung Buchholz und zur Minute 50 in Richtung Harburg.

Die Abdeckung der Erreichbarkeit für die Einwohner sei über den Sandbarg am besten. Die Erreichbarkeit wird auf Grund eines 1.000 Meter Radius um die Station gemessen. Der Radius entspricht etwa 12 Minuten Fußweg. Dieser 1.000 Meter Radius ist ein bundesweiter Standardwert, der bei Haltestellenplanungen herangezogen wird.

Für die Planung „Sandbarg“ müsste der Bahnsteig über Rampen und Treppen ab der vorhandenen Brücke hergestellt werden. Das wäre mit sehr hohen Kosten verbunden. Herr Kurzeck kommt in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass der Standort „Alter Bahnhof“ unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen die beste Wahl ist.

Alle Fraktionen haben sich der Empfehlung von Herr Kurzeck angeschlossen.

Wir haben uns für den Standort in der Mitte Jesteburgs eingesetzt, weil viele Bewohner*innen den Haltepunkt fußläufig und mit dem Fahrrad erreichen können. Nach unserer Vorstellung – und der des Planers – sollen nur wenige Parkplätze für ältere oder eingeschränkte Menschen entstehen und auf jeden Fall in großzügiger Anzahl abschließbare überdachte Fahrradstellplätze bereit gestellt werden. An der Gestaltung des Bahnhofplatzes mit Parkplatzangeboten und der Abstellsicherung vonFahrrädern wollen wir die Bürger*innen beteiligen.

Karl-Heinz Glaeser, Mitglied im Samtgemeinde-Bauauschuss

Nach Einschätzung und Erfahrungswerten von Herrn Kurzeck würde das nur stündliche Angebot den Autoverkehr eher nach Buchholz lenken. Es blieben als „Zielgruppe“ für die Haltstelle in Jesteburg also Fußgänger und Radfahrer. Wer sowieso ins Auto steigt, würde nach Buchholz, Hittfeld, Klecken oder Ramelsloh fahren.
Auch Bürger*innen aus Brackel, Hanstedt oder Marxen würden eher in Ramelsloh einsteigen.

Herr Kurzeck stützte seine Einschätzung, dass man nicht so viele P+R Plätze braucht, mit den Erfahrungswerten aus Buchholz: Rund 85% der Fahrgäste in Buchholz kommen nicht mit dem Auto. Für Jesteburg würden 30 bis 40 PKW Parkplätze auf Basis dieser Erfahrungswerte ausreichen.

Fazit von Herrn Kurzeck: Es werden keine großen P+R Flächen benötigt. Auch die LNVG ist zu diesem Ergebnis gekommen.

Unser Fazit: Wir werden das Mobilitätskonzept in Jesteburg überdenken und anpassen müssen. Innerorts sollten wir uns alle viel mehr mit dem Rad oder zu Fuß bewegen können. Wir sind überzeugt davon, dass die meisten, die in Jesteburg die Bahn nutzen, mit dem Rad oder zu Fuß zur Haltestelle kommen werden.

Mehrfach und zuletzt 2020 besuchte Deltev Schulz-Hendel(MdL) Jesteburg, um uns im Kampf für die Reaktivierung der Bahnstrecke Buchholz-Jesteburg-Maschen-Harburg mit einem Haltepunkt in Jesteburg zu unterstützen. Schulz-Hendel unterstützt unser Anliegen und besonders das großartige Engagement der Grünen vor Ort:

Gerade jetzt besteht die Möglichkeit, das neue Bundesförderprogramm für Reaktivierung und Elektrifizierung in Anspruch zu nehmen und damit sowohl den Haltepunkt in Jesteburg als auch die gesamte Bahnstrecke zu reaktivieren. Dafür müssen die Planungen jetzt konkretisiert werden, um spätestens 2027 endlich auch wieder mit dem Zug von Buchholz über Jesteburg und Harburg bis nach Maschen fahren zu können. Jetzt muss die Landesregierung endlich handeln, damit in Kooperation mit den Kommunen stillgelegte Strecken beim Bund für eine Förderung angemeldet werden können. Wir erwarten hier von der Landesregierung ICE-Geschwindigkeit statt Bummelzugtempo, andere Bundesländer wie beispielsweise Baden-Württemberg sind hier deutlich weiter.

Detlev Schulz-Hendel (MdL), 2020 in Jesteburg
Sommer 2020 – Detlev Schulz-Hendel, Christoph Kröger, Kalle Glaeser, Birgit Heilmann auf der Bahnbrücke in Jesteburg

2020 ist folgendes Video entstanden:

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